Die Fischmesse in Deutschland 4.-6. September 2022

 

Statt wie sonst im Februar findet die fish international dies Jahr vom 4.-6. September 2022 statt.

Die fish international ist die einzige Fachmesse für Fisch und Seafood in Deutschland – eine Plattform für den Handel und die Gastronomie. In Bremen informiert sich der Handel über neue Produkte am deutschen Markt und verschafft sich einen Überblick über Neuheiten und Entwicklungen.

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Stroh statt Plastik!

Stroh statt Plastik!

Strohdumm? Nein! Als Verpackungsmaterial für gekühlte oder sogar tiefgekühlte Ware ist Stroh eine intelligente Lösung, denn es ist in vielerlei Hinsicht nachhaltig. „Nach dem Gebrauch wandert die Verpackung einfach auf dem Komposthaufen oder in die grüne Tonne und wird so rückstandsfrei wiederverwertet“, sagt Patricia Eschenlohr, Geschäftsführerin der Landpack GmbH. Ein weiterer großer Pluspunkt: „Stroh ist als natürlicher Rohstoff in riesigen Mengen vorhanden, die Verarbeitung zu Isolierplatten benötigt deutlich weniger Energie als die Herstellung von Kunststoff.“

Die Unternehmerin aus der Nähe von München hat gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Thomas Maier-Eschenlohr aus dem landwirtschaftlichen Abfallprodukt eine ökologische Alternative zu umweltschädlichem Styropor entwickelt. Mit den Produkten ihrer Landpack GmbH will sie nun auch die Besucherinnen und Besucher der fish international von dem umweltfreundlichen Ersatz für Kunststoff-Verpackungen überzeugen.

Kunststoff-Verpackung bremsen Wachstum im Onlinehandel
Lebensmittel online zu bestellen, liegt im Trend. Doch als sich Patricia Eschenlohr vor einigen Jahren als Unternehmensberaterin intensiver mit diesem Thema beschäftigte, stellte sie schnell fest: „Dass für den Versand Kunststoffverpackungen genutzt werden, schreckt viele potenzielle Interessenten ab.“ Das einst beliebte Isoliermaterial Styropor gerät zunehmend in die Kritik: Die Herstellung ist energieintensiv; die Entsorgung gilt als problematisch. Zudem taucht Styropor zunehmend als Mikroplastik im Meer auf. Die Eschenlohrs suchten nach Alternativen: „Aber auf dem Markt gab es nichts“, erinnert sich Patricia Eschenlohr an den Beginn ihres Projektes vor gut zehn Jahren.

Die Lösung fand das Ehepaar schließlich im Umland Münchens: „Stroh ist als Isolationsmaterial ideal.“ Der Reststoff aus der Getreideernte hat dank seiner natürlichen Halmstruktur aus Mikroammern von Natur aus einen hohen Dämmwert. Zu Platten verarbeitet isoliert es genauso gut wie Styropor. Der Wärmeleitwert beider Materialien liegt bei 0,041 W/mk. Interessant wurde der Stoff zudem aus einem anderen Aspekt: „Stroh ist in großen Mengen verfügbar“, sagt Patricia Eschenlohr. Allein in Deutschland fallen jährlich während der Getreideernte 30 Millionen Tonnen an – etwa 30 Prozent davon könnten ohne negative Folgen für die Landwirtschaft anders genutzt werden.

Seit zwei Jahren läuft die Produktion auf Hochtouren
Trotz der offenkundig guten Ausgangsposition gingen Patricia Eschenlohr und ihr Mann ein beträchtliches Wagnis ein, als sie sich mit ihrer Idee zur umweltfreundlichen Kühlverpackung selbstständig machten. Viele Fragen waren zu klären, beispielsweise: Wie kann aus dem Naturmaterial ein hygienisch einwandfreier Werkstoff werden? Wie gelingt es, das Stroh ohne Kleber zu haltbaren und kompostierbaren Platten zu verarbeiten? Wie können die Bestimmungen für Kühlverpackungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie erfüllt werden? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich die Verpackung in großen Mengen preislich wettbewerbsfähig produzieren? Das Ehepaar arbeitete systematisch die Fragen ab. Dass Thomas Maier-Eschenlohr Maschinenbauingenieur ist (er promovierte über Medizin-Robotik), erleichterte die Lösungsfindung. 2015 war die Produkt- und Verfahrensentwicklung fertig und zu Patenten angemeldet; 2016 konnte eine halbautomatisierte Pilotproduktion für die ersten Kunden starten. 2017 arbeitete das eigens errichtete Werk in Allineg bei Fürstenfeldbruck bereits im Zweischichtbetrieb. Seit zwei Jahren gibt es eine zweite Fabrik (ebenfalls im Zweischichtbetrieb), die dritte Fertigungsstätte ist in Planung.

Kühlkette hält auch im Standard-Postversand
Das Prinzip der Versandkühlboxen ist vergleichsweise einfach. Ihre Wände bestehen aus speziell aufbereitetem, gepresstem Stroh. Das Material ist mit einer Stärke-basierten Umhüllung ummantelt. Die montierten Boxen sind sowohl für den Versand von Tiefkühlprodukten in Kombination mit Trockeneis bei Temperaturen von -18°C als auch für Kühlprodukte im Bereich von 4°C geeignet. Selbst im Hochsommer halten die Kisten diese Temperaturen im Standard-Postversand über zwei bis drei Tage. Zu den weiteren Vorteilen zählt Patricia Eschenlohr, dass das Grundmaterial Stroh Feuchtigkeit aufnehmen kann, wenn beispielsweise während des Transport Kondensfeuchte entsteht: „Außerdem sind die stoßdämpfenden Eigenschaften sehr gut.“

Mehr als 600 Bestandskunden – Schwerpunkt Life-Science- und Pharmaindustrie
Mittlerweile beliefert Landpack regelmäßig mehr als 600 Bestandskunden, ein beträchtlicher Teil kommt aus der Life-Sciene- und Pharma-Industrie sowie aus der Labormedizin. Nach ersten Verbindungen zu großen Unternehmen der Fischwirtschaft möchte Patricia Eschenlohr während der fish international auch kleinere Betriebe der Branche erreichen. Landpack produziert zwar längst im industriellen Maßstab „aber wir liefern unsere Produkte auch in kleinen Mengen“, verspricht die Unternehmerin. Für die Fischwirtschaft könnte der Umstieg von klassischen Styropor- auf Strohboxen auch ein Beitrag zur zunehmend von den Kunden geforderten Klimaneutralität werden. Pro Kubikmeter werden in der Produktion nur 20 kWh elektrischer Energie verbraucht, die Styroporbox erfordert dagegen 1050 kWh pro Kubikmeter Material.

Stroh statt Plastik!

Die fish international bietet:

  • Fisch und Seafood in einer vielfältigen Produktauswahl: frisch, geräuchert, gefroren, mariniert
  • Verkaufsausstattungen, Thekenkonzepte und Lösungen für den mobilen und stationären Fachhandel
  • Maschinen und technische Hilfsmittel für die Fischverarbeitung
  • Technologie und Zubehör für die Fischzucht

fish international – das sind über 10.000 qm Ausstellungsfläche für rund 303 Aussteller aus 29 Nationen. Hier kommen gut 10.000 Besucher aus der Fischindustrie, dem Einzelhandel und der Gastronomie, um Lieferanten zu finden, sich zu informieren und auszutauschen.

85% der Fachbesucher sind an Einkaufsentscheidungen in ihrem Unternehmen beteiligt.

gastro iventDie GASTRO IVENT, die sonst parallel stattfindet, wird in 2023 als Special Edition unabhängig von der fish international vom 28. bis 30. Januar 2023 veranstaltet. Ab 2024 gehen wir den Weg dann wieder gemeinsam.